Latenz, Ping und Jitter, erklärt

5 Min. Lesezeit · Stand: 12. Juli 2026

Bandbreite ist, wie viel deine Leitung transportieren kann. Latenz ist, wie schnell sie antwortet. Bei allem Interaktiven — Klicks, Calls, Games — ist die zweite Zahl die, die du spürst.

Die drei Zahlen

Latenz (oder Ping) ist die Zeit, die eine winzige Nachricht zum Server und zurück braucht — ein Roundtrip, gemessen in Millisekunden. Jitter ist, wie stark diese Zeit zwischen aufeinanderfolgenden Roundtrips schwankt. Latenz unter Last ist dein Ping, während die Leitung gerade Daten überträgt.

Als Gefühlsskala: Unter 20 ms ist exzellent, unter 50 ms gut für alles inklusive kompetitivem Gaming, 100 ms merkt man in schnellen Spielen und bei jedem Klick ein wenig, und ab 200 ms werden Gespräche in Calls unangenehm.

Warum mehr Mbps nichts gegen Lag helfen

Bandbreite und Latenz sind unabhängig voneinander. Ein Gigabit-Tarif schaufelt große Dateien schneller, aber dein Klick braucht trotzdem einen physischen Roundtrip zum Server — und Licht in der Glasfaser schafft nur ~200 km pro Millisekunde. Entfernung, Routing und Warteschlangen bestimmen deinen Ping; die Kapazität nicht.

Deshalb fühlt sich eine 50-Mbps-Glasfaser oft flotter an als Gigabit-Kabel, und deshalb interessieren sich ernsthafte Gamer mehr für die Route zum Spieleserver als für die Dicke der Leitung.

Jitter: der Call-Killer

Echtzeit-Audio und -Video senden einen stetigen Strom kleiner Pakete. Schwankt deren Laufzeit — 20 ms, dann 80, dann 35 —, muss die Gegenseite puffern und raten: Das ergibt Roboterstimmen, eingefrorene Bilder und dieses „Nein, du zuerst“-Durcheinander.

Stabile 60 ms Latenz ergeben meist einen besseren Call als eine Verbindung, die im Schnitt 30 ms hat, aber wild schwankt. WLAN-Störungen und Bufferbloat sind zuhause die zwei häufigsten Jitter-Quellen.

Die Zahl, die die meisten Tests auslassen

Der Ping im Leerlauf schmeichelt deiner Leitung. Sobald jemand einen Download startet, können überdimensionierte Puffer in Modem oder Router Hunderte Millisekunden draufpacken — das ist Bufferbloat, und darum stottern Calls, „obwohl das Internet doch schnell ist“.

Unser Test misst die Latenz, während die Leitung in beide Richtungen ausgelastet ist, und benotet das Ergebnis von A bis F. Falls du dich je gefragt hast, warum sich Abende auf dem laut Papier schnellen Internet zäh anfühlen: Diese Note ist meist die Antwort.

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